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Chronik zum 100-jährigen Bestehen
 

I. Gründung des Vereins im Jahre 1897

II. Licht und Schatten bis zum 1. Weltkrieg

III. Stillstand im 1. Weltkrieg und Blütejahre bis 1928

IV. Krisen und Durchhalten von 1929 bis 1947 

V. Neuanfang im Jahre 1946 bis zum Sängerfest im Jahre 1950

VI. Aufschwung und Wachstum bis 1972 mit 75jährigem Jubiläum

VII. Neuerungen und Erfolge bis zum Jahre 1997
 

I. Gründung des Vereins im Jahre 1897

„Ewig liebe Heimatund daß aus „Singen Gesang“ wird, diese beiden Motive mögen dazu geführt haben, daß am 15. Sept. 1897 der Männergesangverein Kraftsolms gegründet wird. In Liebe zur Heimat, die in vielen Volksliedern zum Ausdruck kommt und in der nüchternen Erkenntnis, daß nur Üben und Training unter fachkundiger Anleitung Chorgesang auf Dauer ermöglichen, legen 27 Männer in den vom königlichen Verbandsbürgermeister von Hagen genehmigten Statuten den Zweck des Vereins fest: „... daß den Freunden des Ge­sanges eine regelmäßige Gelegenheit verschafft wird, ihr Talent auszubilden, überhaupt den Sinn für Gesang zu wecken und auszubreiten“.

In den Paragraphen 1 und 2 bestimmen sie, daß sich der Verein ein- oder zweimal in der Woche versammelt, die Proben unter der Leitung des Dirigenten stehen und jedes Mitglied den Anlei­tungen des Dirigenten Folge zu leisten hat. Weiterhin soll jeder, der Mitglied des Vereins werden will, eine Aufnahmegebühr von 1 Mark und einen monat­lichen Beitrag von 20 Pfennigen zahlen. Außerdem soll jeder, ganz im Sinne des preußi­schen Rechtsstaatsdenkens, der bei den Übungsstunden ohne Entschuldigung fehlt, eine Strafe von 20 Pfennigen entrichten. Das Protokollbuch weist Einnahmen aus dieser Quelle auf (Zum Vergleich: Ein Arbeiterstundenlohn lag damals zwischen 10 und 20 Pfennigen ).

Die Versammelten wählen Karl Dietrich sen. als 1. Vorsitzenden, Georg Treffenstädt als Kassierer, Peter Diehl als Schriftführer und Jakob Strack, Wilhelm Söhngen und Wilhelm Daniel als Beisitzer. Erster Dirigent wird der Lehrer Otto Schneider, der die Schulstelle von Kraftsolms am 11. Juli. 1897 erhält. Es ist zu vermuten, daß er als begeisterter Förderer des Chorgesangs mit den Anstoß zur Gründung des Vereins gibt. Vielleicht bedauert man aber auch, daß bei der großen 100jährigen Geburtsfeier von Kaiser Wilhelm I. am 21. März. 1897 an der Friedenseiche Liedvorträge eines Gesangvereins fehlen.

II. Licht und Schatten bis zum 1. Weltkrieg

Der neue Verein erreicht in Kraftsolms schnell großes Ansehen. Die Mitgliederzahl erhöht sich innerhalb von drei Monaten auf 67. Die Sänger üben bei Kerzen- und Petroleumslicht und gestalten gemeinsam mit den Schulkindern die Weihnachtsfeste in der Kirche mit Sprü­chen, Gedichten und Gesängen. Mit dem Dirigenten sind die Kraftsolmser sehr zufrieden. Als Zeichen der Anerkennung schenken sie ihm eine teure Regoulad-Uhr und einen Klavierstuhl.

Obwohl der Verein erst 2 Jahre besteht, richtet er 1899 schon ein Sängerfest aus. Leider ist nicht festgehalten, welche Vereine teilnehmen und welche Lieder gesungen werden. Ledig­lich die Ausgaben für Bier, Schnaps und Lustbarkeitssteuer lassen vermuten, daß es ein großes Fest ist. Der Reingewinn von 194 Mark wird in der Creditkasse von Brandoberndorf angelegt. Dieser zukunftssichernde Umgang mit Geld ist auch bei späteren Vorständen bis in die heutige Zeit zu loben.

Im Mai 1900 unternimmt der Verein einen Ausflug per Fuß nach Werdorf, der Heimat des Dirigenten. Der Hornist Strack bläst um 04:30 Uhr zum Abmarsch. Mit dem Gesangverein Werdorf werden gemeinsam Lieder vorgetragen. Man labt sich an köstlichem Bier und kehrt über Wetzlar heim. Lehrer Schneider schreibt dazu: „Hoffentlich sind alle am ande­ren Morgen bei ihren Angehörigen willkommen empfangen worden“. Eine Tradition, die in der Geschichte des Vereins noch häufig gepflegt wird.

Leider wird diese positive Entwicklung durch die Versetzung von Lehrer Schneider im Jahre 1901 nach Pracht, Kreis Altenkirchen, jäh unterbrochen. Lehrer Cramer, der ihm im Amt folgt, übernimmt auch das Dirigentenamt, aber nicht so engagiert wie Lehrer Schnei­der. Die Übungsstunden fallen häufig aus. Lehrer Cramer findet keinen Kontakt zum Ver­ein. 1904 legt er das Amt nieder. Bis 1912 wird nicht mehr unter Anleitung geübt und ge­sungen. Der Verein existiert aber passiv weiter. 1912 unternimmt man einen neuen Anlauf. Lehrer Cramer will gemeinsam mit Lehrer Koch die Übungsstunden übernehmen. Es bleibt bei der Absicht. Es wird zwar gesungen, manchmal schon unter W.Töpfer, aber ein kontinuierlicher Übungsbetrieb entsteht nicht.

III. Stillstand im 1. Weltkrieg und Blütejahre bis 1928

Der Beginn des 1. Weltkrieges setzt den Sangesbetrieb völlig außer Kraft. W.Treffenstädt schreibt dazu: „.....der Krieg sprengte den Verein auseinander, die meisten Sangesbrüder zogen gegen den Feind, der uns im Frieden gestört hatte.“ Besonders hervorzuheben ist, daß der Vereinsvorstand im Krieg das Geldkapital an Vereinsbedürftige verteilt. Nach dem Krieg beteiligt sich der Verein initiativ am Bau des Kriegerdenkmals und singt unter W.Töpfer am 1.Oktober 1922 zur Einweihung.

Ab 1920 übernimmt Wilhelm Töpfer das Dirigentenamt, denn „in ihm lag eine Kunst von Musik und Gesang“ (W. Treffenstädt). Mit seinem Humor und seiner Kenntnis der Kraftsolmser weckt er die Einsatzbereitschaft der Sänger, die nach den schrecklichen Kriegserlebnissen nach Neuorientierung und nach Harmonie mit sich und anderen su­chen.1922 ist der Verein so stark, daß er ein Sängerfest mit Fahnenweihe veranstalten kann. Denn entgegen der Tradition besitzt der Verein noch keine Fahne. Bei Sängerfesten und sonstigen Anlässen wird nur ein Schild vorangetragen. Dieses Manko zu beseitigen, be­schließt der Vorstand, eine Vereinsfahne für 6500 Mark bei einer Firma in Berlin zu bestel­len. Leider erfolgt die Bestellung so spät, daß die geplante Fahnenweihe in Frage gestellt ist. Martin Schmalor wird nach Berlin geschickt. Ihm gelingt es, daß die Fahne unter Einle­gung von Nachtschichten der Stickerinnen fertig wird. Er übergibt rechtzeitig die Fahne, hält die Festrede, die in dem Satz gipfelt: „Freut Euch des Liedes in dieser schweren Zeit“. Die „Jungfrauen“ und Frauen von Kraftsolms stiften eine Fahnenschleife und einen Fah­nennagel. Mit der Fahne und dem Fahnenlied: “Auf Ihr Brüder hebt die Fahne“ wandelt sich der Namen von „Männergesangverein Kraftsolms“ zu „Männergesangverein Harmonie Kraftsolms“.

15 Vereine nehmen an dem Fest teil und werden freudig begrüßt mit dem Chor: “Seid will­kommen Sangesbrüder, tretet ein in unseren Kreis“. Leider regnet es in Strömen, eine Tra­dition, die sich bei allen späteren Festen leider wiederholen wird.

Das Vereinsleben entwickelt sich prächtig. Neben Besuchen zu befreundeten Vereinen per Fuß, werden zu Weihnachten und Fastnacht kleinere und größere Feiern organisiert. Neben dem Männerchor bildet sich ein gemischter Chor. Theaterstücke werden aufgeführt. Als LaienspielerInnen treten auf: Fritz Hammer, Ernst Zimmermann, Carl Stahl, Heinrich Mül­ler, Eugen Kiebler, Carl Schreier, Dina Diehl, Emma Schäfer, Mienchen Christmann, und die Kinder Mienchen Töpfer, Hilda Diehl, Emma Hammer, Hildegard Zimmermann, Erna Bangel und Frieda Treffenstädt. Sie sind so erfolgreich, daß mit den eingespielten Einnah­men die durch die Inflation bedingten Schulden völlig abgetragen werden können.

1924 beschließt man, dem Solmser Sängerbund beizutreten. Aber erst im Jahre 1927 nimmt der Verein an einem öffentlichem Sängerwettstreit in Altenkirchen teil. Vor dem Wettstreit üben die Sänger 2 bis 3mal die Woche, die letzte Woche jeden Tag. Um die Aussprache und die Stimme zu verbessern, wird der Junglehrer Hugo Lotz aus Kröffelbach herangezo­gen. Nach der Fußwanderung nach Altenkirchen und ermunternder Ansprache von Töpfer erreichen die Sänger im 1. Klassesingen mit den Liedern „Sommerruh“ und „Der schönste Tod“ den 1. Klassepreis und beim Ehrensingen mit „Ach jetzt reisen wir zum Tor hinaus“ und „Treue Liebe, steh ich in finsterer Mitternacht“ ebenfalls den 1. Ehrenpreis. Der Diri­gentenpreis in der 3. Klasse fällt an W. Töpfer.

Der Erfolg von Altenkirchen bringt nicht nur hohe Anerkennung, sondern führt auch zu ei­ner Rückkehr der Sänger des Quartetts Kraftsolms, eines Anfang der 20er Jahre neu gebil­deten zweiten Gesangvereins von Kraftsolms. Diese „Wiedervereinigung“ stärkt den Zu­sammenhalt im Verein, praktiziert die im Namen ausgedrückte Harmonie und bringt neue Höchstleistungen. Bei dem Sängerwettstreit 1928 in Bonbaden erringt der MGV in der II. Klasse mit 44 Sängern und den Liedern „Draußen blühn die Rosen“ ,“Am Rhein muß meine Heimat sein“, „Muß i denn zum Städele hinaus“ und „Oh wie herbe ist das Schei­den“ alle ersten Preise. Heinrich Dietrich schreibt: „Bei diesem letzten Auftreten hatte er (Töpfer) sich die Nerven so angestrengt, daß er beim Abtreten fast zusammenbrach........Die Freude, die sich im Innern der Sänger bemerkbar machte, konnte nicht ermessen werden“.

Ein zufällig im Dorf anwesendes amerikanisches Ehepaar Schmidt ist so begeistert, daß es spontan ein Faß Bier spendiert.

Am 6. und 7. Juni 1927 feiert der MGV bei strömenden Regen sein 30jähriges Stiftungsfest. 22 Vereine aus der Umgebung nehmen teil. Der fürstliche Oberförster Ehlers organisiert den Festzug, die Kapelle Lira(Töpfer) begleitet den Festzug durch das festlich geschmückte Dorf. „ Nun gaben die anwesenden Vereine der Reihe nach auf der Bühne ihr bestes Kön­nen hin“. Trotz widrigen Wetters herrscht eine frohe Stimmung. Die umfangreiche Vorbe­reitung und die harte Arbeit der Mitglieder wird auch finanziell belohnt.

IV. Krisen und Durchhalten von 1929 bis 1947

Leider folgt auf das Hoch eine langanhaltende Dauerkrise. Die katastrophale Wirtschafts­lage in Deutschland führt zu Arbeitslosen, auch in Kraftsolms. Sie haben Schwierigkeiten, ihre Beiträge zu zahlen. Schwacher Besuch der Übungsstunden veranlaßt zur Kritik des Dirigenten und des Vorstandes an den Sängern. „Es kam zu einem Sturm in dem Verein, wobei der Vorsitzende von einigen Sängern mit Du angesprochen wurde, was als Man­gel an Anstand und Disziplin von einigen älteren Sängern sehr gerügt wurde“(H. Dietrich). Auch eine gelungene Weihnachtsfeier und fröhliche Rheintour können die Differenzen zwi­schen Dirigent und Sängern nicht überbrücken, so daß W. Töpfer nach 10jähriger Tätigkeit 1930 abgewählt wird. Ab 1930 übernimmt Lehrer Kottmann den Dirigentenstab, legt ihn 1931 wieder hin. Politische Differenzen zwischen den Sängern sind der Anlaß. Auch der Beschluß, während der Übungsstunden, Versammlungen und Ausflüge keine Abzeichen und Uniformen zu tragen, kann die Spannungen nicht überbrücken. 8 aktive Sänger treten aus dem Verein aus. Der Verein stellt daraufhin die gesanglichen Tätigkeiten einstweilen ein.

Lehrer Schneider jun. übernimmt vorübergehend das Dirigentenamt und man besucht mit­tels Lastauto von Wilhelm Bangel das Sängerfest in Naunstadt. Aber erst ab Juni 1933 wird wieder erneut mit W. Töpfer regelmäßig gesungen.

Durch das Gleichschaltungsgesetz von 1933 gezwungen, muß der gesamte Vorstand zu­rücktreten. Der alte Vorsitzende Jakob Bangel wird einstimmig zum „Vereinsführer“ ge­wählt. Dieser muß nach dem neuen Gesetz seine Vorstandskollegen selbst bestimmen. Nach Bestätigung durch den „Gauvorsitzenden“ beruft J. Bangel den alten Vorstand komplett wieder ein. 1934 wird ein schönes Familienfest unter Mitwirkung von M. Schmalor und E. Kümper gestaltet. F. Götz wird als Schriftführer abgesetzt, „als dessen Stellvertreter wird Fritz Hammer bestimmt, dieser schrieb nichts, brauchte er auch nichts vorzule­sen“(W.Schiffmannn).

1935 wird gemeinsam mit dem Gesangverein Niederquembach ein Wertungssingen in Braunfels besucht. 1936 findet in der Gaststätte Köhler ein Wertungssingen für den Bezirk statt. „Die Vereine gaben ihr Bestes her, aber die Wahl der Lieder und die Art der Kritik war vielen ungewohnt und konnte manchen nicht so recht begeistern“(R. Diehl). Im glei­chen Jahr nimmt der MGV an den Sängerfesten in Bonbaden und Tiefenbach teil. Der Vor­stand plant ein größeres Fest zum 40jährigen Jubiläum, aber es bleibt bei der Absicht. 1937 wird nur ein Ausflug nach Mönstadt mit kräftigen Einkehrschwüngen in die Gaststätten entlang der Strecke durchgeführt. In ähnlicher Weise verläuft das Vereinsleben 1938: Ge­neralversammlung, Familienfeier, Treffen und Singen mit Nachbarvereinen in Niederwetz.

1939 übernimmt Lehrer Schüler das Dirigentenamt. Der MGV tritt nach wenigen Übungs­stunden in Dietenhausen und Brandoberndorf auf. „Die Übungsstunden werden regelmäßig abgehalten und immer besser entwickelt sich der Verein bis Ende August, da kam der Schrecken der Zeit, Krieg mit Polen. So wurden Ende August verschiedene Sänger zu den Fahnen gerufen, von dieser Zeit an ruht der Verein“(W. Treffenstädt). Nicht ganz, denn ei­nige, schwach besuchte Versammlungen werden noch abgehalten. Mit den Sängern, die als Soldaten aktiv sind , nimmt der Vorstand über Feldpostkarten und durch Spenden finan­zierte Geschenkpakete Kontakt auf, den diese freudig erwidern.

V. Neuanfang im Jahre 1946 bis zum Sängerfest im Jahre 1950

Am 7.12.1946 ruft Jakob Bangel, vorher Vereinsführer, jetzt noch amtierender Vorsitzen­der, durch den Ortsdiener Christian Diehl eine Mitgliederversammlung ein. Die Versamm­lung gedenkt der gefallenen Sangesbrüder: Erich Rink, Rudi Treffenstädt, Rudolf Schiff­mann, und Willi Bangel. Durch eine Spende der Sangesbrüder werden die Frauen der kriegsgefangenen Sänger unterstützt. Die Versammelten beschließen, mit 34 aktiven Sän­gern unter der Chorleitung von Lehrer Schüler die Gesangsstunden wieder aufzunehmen. Am 25.2.1947 erteilt der Landrat die vorläufige Genehmigung, die noch durch die Militär­regierung bestätigt werden mußte.

Am 1. Weihnachtsfeiertag finden eine Kinderbescherung, eine Familienfeier mit Feier des 50jährigen Bestehens und die Ehrung von Wilhelm Söhngen für 50jährige Mitgliedschaft statt. Ein kleines Theaterstück: „Das verlorene Glück“ wird vorgeführt und findet großen Beifall (Laienspieler: Gisela Honig, Karl Guterding, Heinz Hamacher, Wolfram Schmalor, Karl Wallbott II, Angelika Heil ).

Als Lehrer Schüler nach Cleeberg versetzt wird, übernimmt 1948 wieder W. Töpfer die Chorleitung. Aus Altersgründen scheidet 1949 der langjährige Vorsitzende Jakob Bangel („Vater des Vereins“) aus dem Amt und wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. August Heil wird sein Nachfolger. Er führt den Verein mit Geschick und Erfolg bis zum Jahre 1973. Vorsitzender A. Heil wird von allen als ein Mann des Ausgleichs geachtet. Er versteht es, durch seine verbindliche, liebenswürdige und humorvolle Art die Sänger zu motivieren und zu­sammenzuhalten. Man weiß heute, daß Singen ein gutes Training für die Atmung ist, aber der Kriegsgeneration bot das gemeinschaftliche Singen wahrscheinlich vor allem die Gele­genheit, emotional die Kriegserlebnisse verarbeiten zu helfen, Trauerarbeit zu leisten, die Gefühle fließen zu lassen und eine neue innere Harmonie zu finden.

Am 25. und 26. Juni 1950 veranstaltet der MGV sein, um drei Jahre verspätetes, 50jähriges Sängerfest. 21 Vereine nehmen teil. Während bereits beim Aufbau die Zelte durch einen Wirbelsturm flachgelegt werden, „meinte es der Wettergott nicht gut mit uns und gab uns seinen Segen von oben. Mit Donnern und Blitzen strömender Regen den ganzen Mittag so daß nicht einmal der Festzug aufgestellt werden konnte. Aber die alten Sänger ließen sich nicht beirren und gaben ihr Bestes aus der Kehle......Bis zur Dämmerstunde blieben die Sänger beieinander und schaukelnd verließen sie den Festplatz, Dreck bis an die Knie, feucht von innen und außen“ (W. Treffenstädt). Der Einsatz und die harte Arbeit werden belohnt durch breite Anerkennung und finanziellen Erfolg. Der Festzug wird montags nach­geholt.

VI. Aufschwung und Wachstum bis 1972 mit 75jährigem Jubiläum

Nach der Kraftanstrengung Sängerfest werden im Jahre 1951 der Sängerwettstreit in Leih­gestern und das Sängerfest in Oberquembach besucht. Mit den Liedern: „Es ist so still ge­worden“, „Vespergesang“ und „Muß i denn...“ werden ein 2. Preis und zwei 1. Preise ge­wonnen. Obwohl die Kraftsolmser Sänger als krasse Außenseiter gelten, setzen sie sich unter dem Prinzip „ Mehr Sein als Scheinen“ (W.Lehr) gegen zahlenmäßig wesentlich grö­ßere Chöre durch. Nach der Heimfahrt versammeln sie sich im Gasthof „Zum Adler“ und singen freudig das Lied: „Das ist der Tag des Herrn...“.Im gleichen Jahr bringt der MGV auf Vorschlag des Sangesbruders A. Mangold den PatientenInnen des Krankenhauses Falckeneck ein „Ständchen“. Diese Darbietung findet großen Gefallen und wird in den fol­genden Jahren wiederholt, mit einer Erweiterung: Man besichtigt danach die Braunfelser Brauerei!!!

Am 2.3.1952 gibt der MGV unter Leitung von W.Töpfer und unter der Mitwirkung des Opernsängers Kurt Manfred Sporleder ein Chorkonzert in der Gaststätte Köhler. Dr. Hinze,. WNZ, schreibt dazu: „...Der Kraftsolmser Männergesangverein mag allerdings insofern den Rahmen einer Verallgemeinerung sprengen, als es sich bei ihm um einen der besten dörfli­chen Chöre handelt, die landauf, landab anzutreffen sind. ....Das Konzert selber legte auch beredtes Zeugnis von dem Können und dem hohen Stand der sängerischen Schulung ab, der unter der jahrzehntelangen Leitung ein und desselben Dirigenten erreicht worden ist.....Man wollte von diesem Chor immer noch mehr hören. Stolz kann er insbeson­dere auf seine Te­nöre sein, die sowohl hinsichtlich ihres Tonvolumens wie auch ihres Wohlklangs bemer­kenswert sind. Beachtlich auch die 2. Bässe, und nicht vernachlässigt, wie oft, die Mittel­stimmen. Das Ganze ein wohlausgewogener, gepflegter Klangkör­per.....Ansprechende Chordisziplin vervollständigte das Bild, angesichts dessen man ahnt, wieviel Mühe, aber auch wieviel idealistischer Eifer dahintersteckt“.

In den darauffolgenden Jahren werden die Sängerfeste in Cleeberg, Altenkirchen, Griedel­bach, Katzenfurt, Bonbaden und Neukirchen besucht, zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem Postbus, in schwacher und in starker Besetzung. Zwei Geburtstage werden groß gefeiert. Am 2.1.1953 wird W.Töpfer 60 Jahre und am 19.11.53 Jakob Bangel (Jedde Joab) 70 Jahre. Beiden Männern verdankt der MGV viel, Töpfer die gute gesangliche Entwicklung und J. Bangel die unermüdliche Organisationsarbeit. Besonders wichtig ist, daß die Zusam­menarbeit zwischen Dirigent und Vorstand funktioniert. Bangel/Töpfer, Heil/Töpfer und später Müller/Jung sind erfolgreiche Partner, die, weil sie harmonieren, den MGV zu Lei­stung und Kontinuität führen. In der langen Zeit des Bestehens des MGV gibt es fast nur altersbedingte Wechsel der Dirigenten und Vorstandsmitglieder. Ein sichtbares Zeichen für die gelebte Harmonie im MGV.

Durch Vermittlung von Jakob Bangel besuchen die Sänger am Pfingstsonntag 1953 den Weinort Stadecken. Die Kraftsolmser Sänger singen sich in die Herzen der Stadecker. Der Wein fließt in Strömen. Alte Stadecker Sänger bringen zum Ausdruck: „So wie die Kraftsolmser singen, das gibt es nur einmal“ (A. Mangold). Der Besuch wird erwidert. Lang­jährige Freundschaften zwischen den Sängern der Vereine entwickeln sich.

Am 15. August 1954 bringt der MGV dem Lehrer Schneider, Sohn des 1. Dirigenten und kurzzeitig auch Dirigent des MGV, zum 50. Geburtstag ein Ständchen in Schönbach. Auf dem Dorfplatz singt der MGV mehrere Chöre und erntet großen Beifall der zuhörenden Schönbacher.

Auf Anregung von Töpfer bilden im Herbst 1954 der Chor „Germania Schwalbach“ und der MGV die Chorvereinigung Schöffengrund. Sie veranstalten 1955 erfolgreich 2 Kon­zerte in den Gaststätten Schuppner, Schwalbach und Köhler, Kraftsolms. Am 15. März 1955 tritt die Chorgemeinschaft am Liedertag in Wetzlar auf. Sie trägt die Lieder vor: „Hebe deine Augen auf“, „Verklungen und verblüht“, und das „Handwerkslied“. „Wir hatten wohl, auf gut deutsch, den Vogel abgeschossen“ (A. Mangold).

Dem Hoch folgt ein Tief. Da viele aktive Sänger als Landwirte, teils auch als Nebener­werbslandwirte tätig sind, ruht im Sommer der Sangesbetrieb. Die Beteiligung im Herbst ist so schwach, daß man beschließt, mit dem Frauenchor einen gemischten Chor zu bilden. Mit diesem Chor tritt man bei den Sängerfesten in Kröffelbach und in Schwalbach auf. Diese Lösung wird als nicht befriedigend empfunden. Eine außerordentliche Versammlung der Sänger bringt den Umschwung und neuen Elan. „30 Sänger waren erschienen, so viele hatten wir lange nicht mehr zusammengesehen. Schon beim ersten Lied erkannte jeder: Jetzt macht das Singen wieder Freude!“ (A. Mangold) Wilhelm Töpfer gibt bekannt, daß ihm der Chor Kraftsolms besonders ans Herz gewachsen ist und daß er alles tun will, um den Verein wieder auf die alte gesangliche Höhe zu bringen. Diese Absicht setzt er ziel­strebig bis zu seinem Ausscheiden im Jahre 1966 in die Tat um. Über sich selbst sagt er in der Festschrift von 1972 (aufgezeichnet von W. Schmalor): „Zur Frage nach Auswahl der Chöre muß ich zunächst sagen, ich meine, 20 Jahre braucht man, bis man ein guter Dirigent wird. Es gehört eine Menge Menschenkenntnis dazu. Das genaue Erklären des Textes ge­hört dazu, ebenso das Hinführen und Hineinfühlen in den Text. Der Dirigent muß seine Sänger und auch deren Qualitäten kennen.. . Ich glaube, ich habe immer gewußt, welches Lied ich für meinen Chor zu wählen hatte... Auch im 3. Reich haben wir die Paradelieder der Arbei­tergesangvereine mit Erfolg gesungen. Man durfte nur nicht zu ängstlich sein.“

1963 feiert der MGV gemeinsam mit seinem Dirigenten dessen 50jähriges Dirigentenjubi­läum. Chöre aus Albshausen und Tiefenbach, mit denen er viele Jahre gearbeitet hatte, sin­gen ihm zu Ehren. Der Vorsitzende des SSB Karl Jung würdigt seine überragenden Ver­dienste für den Chorgesang im Schöffengrund.Bereits als Jugendlicher beschließt W. Töpfer, die Musik in seinen Lebensmittelpunkt zu stellen. Er übt und musiziert, auch gegen Widerstände in der eigenen Familie, denn Musikmachen gilt als brotlose Kunst. Dennoch setzt er sich beharrlich durch. Er lernt viele Musikistrumente spielen, gründet eine Kapelle und dirigiert etliche Gesangvereine des Solmsbachtales.Alles, was er über Musik weiß und was er musikalisch kann, bringt er sich selbst bei. In besonderer Würdigung dieser autodidaktischen Leistung singt der MGV „O Schöffengrund“, ein von Töpfer geschriebenes und vertontes Lied.

1961 besucht der MGV mit einer kleinen, auserlesenen Schar aktiver und passiver Sänger den MGV Viktoria Dortmund-Asseln. Daraus entwickeln sich langjährige Freundschaften zwischen den Sängern, mit häufigen Gegenbesuchen. Unter dem Motto „Sängerwettstreit einmal anders“ werden Fußballspiele ausgetragen und Fässer guten Dortmunder Bieres ge­leert.

Liedertage in Kröffelbach, Schwalbach, Niederwetz, Dietenhausen, Maisingen in Altenkir­chen, 100jähriges Jubiläum in Brandoberndorf und Liederabend in Kraftsolms sind die of­fiziellen Aktivitäten des MGV. Daneben veranstaltet der MGV seine Ausflugstour, die er sinnigerweise mit dem Beisatz „Fahrt ins Blaue“ versieht. Man besucht den Retterhof, die Schaumburg, Dortmund-Asslen, Oberems, Schotten, Griedel, Hattenheim, Hirzenhain und das Gelbachtal. Manchmal wird auch ein Sangesfreund bei der Abfahrt vergessen., aber alle werden wiedergefunden.

Mit besonderer Freude werden Ständchen zur grünen, silbernen und goldenen Hochzeiten und besonderen Geburtstagen dargeboten, zumal man die Geehrten beim anschließenden feucht-fröhlichen Zusammensein noch mehrfach hochleben lassen kann.

Bei Beerdigungen seiner Mitglieder erweist der Verein ihnen die letzte Ehre und nimmt Ab­schied mit der Trauer angemessenen Lieder.

Mit dem Chorkonzert im Jahre 1966 mit 16 Liedern, vorgetragen von Frauen- und Männer­chor, endet die überaus erfolgreiche Ära von Wilhelm Töpfer. Seine temperamentvolle Art, seine musikalische Genauigkeit und die gute Auffassungsgabe machten ihn zu einem be­gehrten Chorleiter. Von mehr als einem ½ Dutzend Vereinen wurde er engagiert. Mit sei­nem Wirken hat er das Musik- und Gesangsleben im Solmsbachtal maßgeblich beeinflußt.

Sein Nachfolger wird Willi Pfeiffer aus Kraftsolms. Trotz großem Einsatz ...“schlich sich so allmählich die alte Krankheit wieder ein, diese nahm übers Jahr solche Folgen an, daß wir am 13.10.67 mit 13 Mann die letzte Gesangstunde abhielten“ (K. Wallbott). Um den Chor am Leben zu erhalten, beschließt man, wieder mit den Frauen im gemischten Chor zu singen. Dennoch besucht August Heil jeden einzelnen Sänger und bittet ihn, wieder aktiv teilzunehmen. Dieses wird versprochen und auch eingehalten, so daß wieder ein reiner Männerchor zu den Vereinsjubiläen in Neukirchen, Oberquembach und dem Liederabend in Dietenhausen fährt. Auch beim Wertungssingen des SSB im Wetzlarer Hof erhält man die Bewertung gut bis sehr gut. Aber es „funkt“ nicht zwischen Dirigenten und Chor, man trennt sich 1969 im gegenseitigem Einvernehmen.

Als Chorleiter wird Wilhelm Töpfer jun. gewonnen. Schon 1970 vereinigen sich der „Liederkranz Niederwetz“ und der MGV Kraftsolms zu einer Chorgemeinschaft. Man übt wöchentlich abwechselnd in Niederwetz und Kraftsolms. Bei dem Wertungssingen 1970 in Nauborn fällt an die Chorgemeinschaft für alle 2 im Programm gesungenen Chöre „Die Bahn des Lebens“ und „Auf der Lüneburger Heide“ die Wertung sehr gut bis hervorragend (Note 1,9). Diese Erfolge wiederholen sich 1971 in Nauborn, 1973 in Wetzlar und 1974 in Oberbiel.

1971 singt der Chor anläßlich einer Matinee im Wetzlarer Rosengarten, er beeindruckt das zuhörende Publikum stark.

Vom 10. - 12. Juni 1972 feiert der MGV sein 75jähriges Bestehen. Heinz Linnenbecker wird Schirmherr. „Wie das üblich ist in Kraftsolms, mußte es erst einmal regnen....auch als Brückenbauer mußten wir tätig sein“ (K. Wallbott).Auftakt des Festes ist ein Bunter Abend im Festzelt am Freitag mit dem Medium-Terzett und Franzl Lang. Am Samstagabend steht ein Festkommers im Mittelpunkt, zu dem etwa 1400 Zuhörer und Mitwirkende zusammenkommen. Am Sonntag zieht ein großer Festzug mit 30 Vereinen, 2 Festwagen und 3 Musikkapellen durch das festlich geschmückte Dorf. Im Festzelt findet anschließend ein Freundschaftssingen von 12 Chören und Chor­gruppen statt. Der Männergesangverein und der Frauenchor eröffnen unter W. Töpfer jun. mit dem Satz „Jubilate“. Im Mittelpunkt stehen dann unter anderem „An die Freude“ (Liederkranz Dietenhausen), „Danklied“ (Chorgemeinschaft Neukirchen/Oberquembach), „Tausend Sterne“ (MGV Bonbaden) und „Von Luzern nach Weggis zuar“ (Taunusklang Hasselborn).

VII. Neuerungen und Erfolge bis zum Jahre 1997

Nach dem erfolgreichen Fest nimmt August Heil seinen schon längere Zeit vorher angekündigten Abschied. Er führt den Verein 24 Jahre. Er tut dies mit einem hohen Engagement und großem zeitlichem Einsatz, obwohl er gleichzeitig auch Gemeindevertreter und später Bürgermeister von Kraftsolms ist. Trotz dieser erheblichen Belastungen bleibt er immer ein froher und geselliger Mensch, der dem MGV bis zu seinem Lebensende mit Rat und Tat hilft. Mit August Heil geht Wilhelm Schiffmann , der dem MGV 41 Jahre als Kassierer dient.

Edmund Müller, der bereits 4 Jahre stellvertretender Vorsitzender ist, folgt A. Heil im Amt. Ausgestattet mit einem besonderen Organisationstalent, einem großen Energiepotential und einem sicheren Gespür für Menschen führt er gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen und Dirigenten den MGV an neue Ziele heran.

Obwohl die Chorgemeinschaft Kraftsolms/Niederwetz 1975 sehr erfolgreich bei Chorkonzerten in Brandoberndorf und Nauborn singt und gute Kritiken erhält (M. Schlöndorf in der WNZ): „In allen Werken kam eine intensive und verantwortungsvolle Probenarbeit zum Tragen. ...Der Chorgemeinschaft kann man bescheinigen, daß sie ein mächtiges Instrument aus einem Guß geworden ist....“, zerbricht 1976 die Gemeinschaft. W. Töpfer legt sein Dirigentenamt nieder.

Für ihn wird Wolfgang Jung, ein 23jähriger Lehrer aus Kubach, als Dirigent gewonnen. Er spielt Orgel, singt im Kubacher Gesangverein und dirigiert manchmal in Vertretung des Chorleiters den Chor. Er verfügt über eine Ausbildung zum Dirigenten für Kirchenmusik (Kirchenmusikschule Ffm.). Am 28. Jan. 1977 leitet er seine erste Übungsstunde. Vorstand, Dirigent und Chor finden schnell zueinander. Das Kommen von W. Jung kann als Glücksfall für den MGV und später auch für den Frauenchor Kraftsolms bezeichnet werden. Mit seinem fundierten musikalischen und pädagogischen Können führt er den Chor zu neuen musikalischen Höhen. Im Festjahr ist W. Jung 20 Jahre Dirigent des MGV. Inzwischen ist er wegen seiner Erfolge mit dem MGV in den Musikausschuß des SSB berufen. Wir hoffen, daß es noch einmal 20 Jahre werden.

Der MGV tritt erstmalig am 14. Mai 1977 unter W. Jung bei der Akademischen Feier aus Anlaß des 25jährigen Bestehens des Frauenchors öffentlich auf und erhält erstes Lob. Am 21. April 1979 findet ein erstes, mit Spannung erwartetes Wertungssingen des SSB in der Taunushalle in Solms statt. Mit den Liedern „Heijo Rosalinde“ und „Trost“ ersingt sich der Chor den Titel „Meisterchoranwärter“. Für Chor und Chorleiter ist das eine kleine Sensation, denn nur selten erhält ein neuer Dirigent auf Anhieb so gute Beurteilungen. Der Erfolg wiederholt sich leider nicht im Mai 1980. Aber bei dem Pokalsingen in Nauborn erringt der Chor mit den Liedern „Heijo Rosalinde“ und „Feuriger Morgen“ den 2. Platz und W. Jung den Dirigentenpreis.

1982 veranstaltet der MGV unter Mitwirkung des befreundeten gemischten Chores „Lyra Merenberg“ das erste Chorkonzert im neu erbauten Dorfgemeinschaftshaus. Ab dieser Zeit sind die Chorkonzerte mit befreundeten Vereinen ein fester Bestandteil im Sängerjahr.

1983 führt der SSB das Kritiksingen ein. Der MGV beteiligt sich von 1983 an allen Chorwettbewerben des SSB mit meist guten Erfolgen. 1995 z. B. erreicht er in Nauborn den 2. Klasse-Preis, den 2. Dirigentenpreis und den 1. Volksliederpreis. Die Preise füllen inzwischen die linke Wand des Vereinslokals Köhler.

1987 feiert der MGV mit einem Jubiläumskonzert in der Turnhalle Brandoberndorf sein 90jähriges Bestehen. Die Gastvereine „Liederkranz Niederwetz“, „Concordia Münchholzhausen“, der Frauenchor Kraftsolms und der MGV tragen festliche und volkstümliche Weisen vor. Am 30. und 31. Mai 1987 wird die Feier mit einem Fest unter der Schirmherrschaft von Wolfram Schmalor fortgesetzt. Das Fest wird verbunden mit der Weihe einer neuen Vereinsfahne. Zahlreiche Gastvereine gratulieren mit frohen Liedern. Leider regnet es wie immer kräftig. Aber da man in Kraftsolms schon darauf eingestellt ist, wird auch dieses Fest ein „voller“ Erfolg.

Der MGV nimmt teil an der Verschwisterungsfeier Laudun/Waldsolms und singt mit allen Waldsolmser Chören das Hessen- und Europalied. Der MGV umrahmt die Sportplatzein­weihung der Sportfreunde am 3. Juli 1990 mit den Liedern „Das Morgenrot“, „Were you there“, „Heimat“ und „Süßer Frieden“. Anläßlich des 100jährigen Bestehens des SSB singt der MGV im Wetzlarer Rosengärtchen.

1992 beteiligt sich der MGV an dem Hugo-Lotz-Gedächtnissingen. Mit den Chören „Die Blümlein, sie schlafen“ und „Das Lied vom Rheinwein“ belegt der MGV den 3. Platz.

Neben diesen mehr offiziellen Veranstaltungen unterstützt der MGV mit seinen Liedbeiträgen die eigenen Dorfvereine: Den Frauenchor bei seinem 25jährigen Jubiläum, die Burschenschaft, den Sportverein und die Feuerwehr bei einem musikalischen Frühschoppen. Für viele Sänger und Vereinsangehörige sind diese Beiträge genau so wichtig wie das Leistungssingen, denn sie pflegen den Gemeinschaftsinn in der Dorfgemeinschaft.

Ab 1978 werden die Fremdensitzungen zu einer festen Einrichtung. Diese veranstaltet man ab 1980 gemeinsam mit dem Frauenchor und dem Sportverein. Unvergessen sind die ersten Sitzungen mit E. Müller als Sitzungspräsident und Elfriede Müller als Ortsdiener. Die Karnevalsveranstaltungen sind so erfolgreich, daß jährlich 2 Sitzungen im Dorfgemeinschaftshaus angeboten werden müssen.

Auch für den Freizeitbereich entwickelt der MGV weitere Angebote. Ab 1974 wird jedes Jahr am 29. Dez. eine Winterwanderung durchgeführt und im Sommer wird zu einem Grillfest eingeladen. Mehrtägige Reisen in den Schwarzwald, an den Bodensee, nach Meran, Alassio, Wien und Helgoland werden gemeinsam mit dem Frauenchor organisiert. Als eines der herausragenden Ereignisse in der Vereinsgeschichte kann man die 16 tägige Konzertreise nach Kanada bezeichnen,zu der man am 4 Oktober 1991 startet. Mit 21 Sängern bietet der Chor den begeisterten Zuhörern überragenden Chorgesang, auf den alle Sänger stolz sind.

Neben der Mitwirkung an den Messen in der Wallfahrtskirche „ St.Anne de Beaupre´“(Provinz Quebec) und und in der Kathedrale „Martyr`s Shrine“ in Midland bildet das Konzert im Hotel „Highland Inn“ (ebenfalls in Midland) vor rund 500 Gästen den absoluten Höhepunkt der Reise. Auch dieSehenswürdigkeiten sind so beeindruckend, daß man spontan beschließt, 1994 eine reine Touri-Reise in den Südwesten der USA zu unternehmen.

1992 legt E. Müller sein Amt als 1. Vorsitzender nieder. Aber es ist ein „weicher„ Übergang, denn er bleibt 2. Vorsitzender. Dirigent W. Jung würdigt seine Verdienste: „Er war es, der mit sicherer und fester Hand die Geschicke des Vereins bestimmt hat, mich ermutigte, aber auch bremste, mit dem ich auch alle musikalischen Entscheidungen besprochen habe und der aufgrund seines Engagements für den Männergesangverein auch ein guter Berater war. Er hat die Geschicke des Vereins in eine zeitgemäße Richtung gelenkt, indem er von Anfang an am Leistungsprinzip festgehalten hat und dafür sorgte, daß der Chor sich auch immer in der Öffentlichkeit zeigen mußte bei Wertungssingen und sonstigen Bundes­veranstaltungen. Ich kann mich auch nicht erinnern, daß er eine Bundesveranstaltung versäumt hat“.

Sein Nachfolger wird Hans-Dieter Wagner. Sicher wird ihm erst im Amt richtig deutlich, wie vielfältig und zeitraubend heute die Tätigkeiten von Vereinsvorständen sind. In seiner ruhigen und sachlichen Art führt er den Verein inzwischen 5 Jahre. Die gesanglichen Erfolge des Vereins bei dem Leistungssingen 1994 und 1996 mit Bewertungen 1,77 und 1,7 und die unvermindert hohen sonstigen Aktivitäten des MGV belegen deutlich, daß er der richtige Mann für dieses Amt ist, und daß der Wechsel gelungen ist. Wir alle hoffen, daß das neue Tandem Wagner/Jung noch lange Zeit zum Wohle des Vereins gut funktioniert und harmoniert. Wir alle wünschen uns auch in Zukunft guten Chorgesang mit hohen Tenören, tiefen Bässen, guten Mittelstimmen und präziser Aussprache und Textvermittlung. Wohl vorbereitet und gut geführt geht der MGV seinem 100jährigen Jubiläum und der Zukunft entgegen.

Im Jahre 1996 erreichen der MGV und der Frauenchor Kraftsolms ihre größten Erfolge im SSB. Beide Chöre erhalten auf ihre Chorvorträge das Gesamtprädikat sehrgut bis hervorragend und belegen in ihrer Chorgattung den 1. Platz im Bundesleistungssingen.

Im Jubiläumsjahr gehören dem Verein 127 Mitglieder an, 4 davon sind weiblich. 39 aktive Sänger bilden den Chor. Der Altersquerschnitt ist zwar hoch, aber trotzdem muß sich der MGV um den Nachwuchs noch keine Sorgen machen. Der Chor beherrscht ein Repertoire von ca. 140 Liedern und Chorwerken, die er mit mehr oder weniger Übung aus dem Stegreif singen kann. Jährlich werden ca. 2 - 5 Lieder neu dazugelernt. W. Jung beabsichtigt, auch in Zukunft mit MGV und Frauenchor, die er beide dirigiert, einige anspruchsvolle gemischte Chorwerke einzustudieren, um die Bandbreite des Chorgesangs zu erweitern.

Wir, der Festausschuß, wünschen dem MGV und seinen Verantwortlichen für alle Vorhaben viel Freude, Glück und ein gutes Gelingen.

Volker Walther

Quellen: Protokollbücher des MGV von 1897 -1997, WNZ, Festschrift des MGV von 1972



 

Die Neuzeit - 1997 bis 2002

von Wassily Schmalor

Das Jahr 1997 steht ganz im Zeichen der Festlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum des Vereines. Sicherlich eines der absoluten Höhepunkte im musikalischen Wirken von Wolfgang Jung beim MGV "Harmonie" Kraftsolms.

Den Auftakt zu den Jubiläumsfeiern bildet die Akademische Feierstunde im April 1997 im Dorfgemeinschaftshaus. Hier zahlt sich die unermüdliche Fleißarbeit der Chorproben aus, denn aufgrund des hervorragenden Gesanges können noch am selben Abend neue, begeisterte Sänger für den Jubelchor gewonnen werden. Ein weiterer Leckerbissen des Abends ist sicherlich die von Volker Walther in Form eines Dia-Vortrages humorvoll und kompetent vorgetragene 100-jährige Geschichte des Vereins. Kurzum: der akademische Abend soll allen Anwesenden in angenehmster Erinnerung bleiben.

Seinen Höhepunkt erreicht das Jubiläumsfest mit dem Festwochenende im Juni 1997. Nach umfassenden Vorarbeiten der Organisationsausschüsse steht den Festlichkeiten nichts mehr im Wege. Am Freitag ist es dem Verein gelungen, die HR3-Discoparty nach Kraftsolms zu holen. Es wird die größte und meistbesuchte Veranstaltung, die Kraftsolms jemals gesehen hat: rund 2.200 Besucher drängten sich im Festzelt, dazu kommen noch die rund 100 Helfer und Diensthabenden.

Am Samstag und Sonntag steht dann das Gastsingen der 66 (!) teilnehmenden Chöre auf dem Programm. Durch eine hervorragende Planung und professionelle Präsentation kann dieses Mammutprogramm anspruchsvoll und gesanglich hochwertig aufgeführt werden. Erwähnenswert ist hierbei, dass die Gesangsvorträge nicht nur im Festzelt dargeboten werden, sondern auch im gut besuchten, nahegelegenen Dorfgemeinschaftshaus. Der Jubelchor MGV „Harmonie“ präsentiert sich selbst mit den Liedern „Festgesang“ und „Where you there“.

Selbstverständlich wird am Festsonntag mit den Ortsvereinen und Bewohnern ein traditioneller Festzug durchgeführt. Den Abschluss des Festwochenendes bildet dann ein hervorragend besuchter und stimmungsvoller Frühschoppen am Festmontag, abgerundet wird das Festjahr mit der Helferfeier im Oktober.

Im September 1997 richtet der Verein eine ungewöhnliche Trauerfeier aus. Die alte Vereinsorgel, die 1977 zum Einstand von Wolfgang Jung als Dirigent angeschafft wurde, hat ihren Dienst quittiert, und es wird ein neuer, moderner Synthesizer angeschafft. Natürlich wird die alte Orgel, die den Chor 20 Jahre lang begleitet hat, ihren Verdiensten entsprechend gewürdigt, es wird ihr sogar folgendes Gedicht gewidmet:

Su mancher Sänger im Verein, hiert hau noch Tön, su klur unn rein.

Gespielt woarn dej off su er Gei, unn jeder saat, dej Tön sei foi.

Doch manchmol sollt das Instrument, missbraucht als Schläjer wern ohm End.

De Geijespieler saat salopp: „Ich haach die Gei gleich dir ohn Kopp!“

Etz nur koa Engst, suweit kohm’s nie, de Geijespieler es net mie.

 

En Naue kohm, en junge Kell, moach lang net su en gruße Spell.

Doch oans hu mir gleich metgekritt, e Gei zohm spien, dej harre net.

Die Nut woar gruß, wu denkste hie, de Chor, der hat koa Musik mie.

Us Vorstand doch es offgeschlosse, unn saat: „Mir mache goar koa Bosse!“

De naue Winker kroach sudann, e Orjel, dej e spiele kann.

 

Hej stitt se nun, des goure Steck, unn all die lange Juhrn sereck,

hot se gespielt ohne se mucke, unn koaner braucht noch ihr se gucke.

Doch langsam kohm se en die Juhrn, se deart goar net mie richdich spurn.

Es kohme Tön aach wej verreckt, doch koaner hat e Tast gedreckt.

 

Dem Dirigent sei bestes Stück woar bis zum Schluß sei ganzes Glück.

Doch etz horre, de aalt Schlawiener, e neue Orjel, grisser, schiener.

Doch aach des neue Deng, das spielt selbst wenn koa Mensch die Taste quält.

Nur spielt es dann e Melodie, unn net e Ein-Ton-Symphonie.

 

Das goure Steck es nun vedrosse, unn hot nun ganz fier sich beschlosse,

weil mesch net mie richte kann, voom Kopfballpendel robsefann.

Mir konnes nun net mie vemeide, drim lost us etz das Deng begleide,

off seim letze, schwiere Gang, drum hebt mol huuch, kommt hej entlang.

Vo hej dem huhe Eisemast fäält’s ronner und ich glawe fast,

off jeden Fall stell ich mer vor, ohm hiechste es de Klirrfaktor.

Trotz allem wolle mir der kranke Orjel doch vernünfdich danke,

fier all dej Leistung en dejn Juhrn, unn haal se steif, die Orjeluhrn!

Ein weiteres geplantes Jubiläumskonzert im November muss allerdings aufgrund bestürzender Todesfälle abgesagt werden. So sterben nach dem Festwochenende in nur 2 Monaten 4 Mitglieder des Vereines, darunter auch der langjährige 1. Vorsitzende Edmund Müller, der ja seinerzeit für die Verpflichtung von Wolfgang Jung als Chorleiter verantwortlich war.

Wie jeder weiß, besteht ein Jahr nicht nur aus einer Jubiläumsfeier, und so tritt der Chor im Jahre 1997 bei einer Reihe von Festlichkeiten befreundeter Vereine in Dietenhausen, Griedelbach, Büblingshausen, Kröffelbach, Aßlar und Cleeberg auf. Nicht unerwähnt bleiben sollen die zahlreichen Geburtstagsständchen, der Auftritt beim Waldsolmser Weihnachtsmarkt, sowie das traditionelle „Singen an der Wehr“ kurz vor Heiligabend.

Die allseits beliebte Winterwanderung führt den Chor in jenem Jahr in Richtung Cleeberg und Butzbach.

Im März 1998 nimmt der MGV „Harmonie“ wieder an einem Bundesleistungssingen des SSB teil. In der Männerchorklasse II muss der Chor sich in Aßlar gegen Erda und Altenkirchen behaupten. Für die Vorträge „John Peel“ und „Der Mond ist aufgegangen“ erhalten die Kraftsolmser Sänger von Wertungsrichter Gottfried Kärner die Noten 1,4 bzw. 1,5, was den 1. Platz bedeutet. Die leistungsorientierte Ausrichtung des Chores durch Wolfgang Jung trägt also wieder einmal reife Früchte.

Im Mai steht dann ein weiterer Sangeswettstreit auf dem Programm: das Pokalsingen im badischen Schriesheim. In der Männerchorklasse M5 singt der Chor die Lieder „John Peel“, „Der Mond ist aufgegangen“ und „Weit geh’n die Gedanken“. Die Wertungsrichter Hans Schlaudt und Willy Trageser belohnen den hervorragenden Auftritt mit einem 2. Platz. Abgerundet wird der Ausflug mit der obligatorischen Feier und einem Besuch des Technikmuseums in Sinsheim.

Auch in der Advents- und Weihnachtszeit 1998 setzt der MGV „Harmonie“ neue Qualitätsmaßstäbe. Den Auftakt macht dabei das Weihnachtskonzert im November im Koptischen Kloster zu Kröffelbach. Dieses rundum gelungene Konzert wird gefolgt vom Weihnachtskonzert in der Kubacher Kristallhöhle, an dem auch der Posaunenchor Oberbiel teilnimmt. Die einmalige Akustik der Höhle hinterlässt bei allen Beteiligten, Aktiven wie Besuchern, einen nachhaltigen Eindruck.

Auch im Jahr 1998 besucht der Chor natürlich zahlreiche Feste, z.B. in Falkenbach, Laufdorf, Neukirchen und Brandoberndorf. Besonderer Leckerbissen ist die Hochzeit von Jörg Wolf und seiner Frau Antje im Mai, die verschiedenen Geburtstagsständchen, sowie natürlich die zweijährlich stattfindenden „Kubacher Grilltage“ im Hof unseres geschätzten Dirigenten Wolfgang Jung.

Die Mitgestaltung des Weihnachtskonzertes des Musikvereins Waldsolms bildet den musikalischen Abschluss eines ereignisreichen Sängerjahres, der gesellige Abschluss führt die Sänger bei ihrer Winterwanderung über Dietenhausen zum Bahnhof in Grävenwiesbach.

Das Jahr 1999 bringt zunächst eine organisatorische Änderung in der Zusammensetzung des Vereinsvorstandes. Bereits beim Ausflug nach Sinsheim ist die Idee geboren worden, zukünftig den Posten eines „Jugendvertreters“ im Vorstand zu besetzen, um auch die zahlreichen jungen Sänger, auf die der Verein zu recht stolz sein kann, im Vorstand zu repräsentieren. Zum ersten Jugendvertreter der Vereinsgeschichte wird Wassily Schmalor gewählt.

Im Mai 1999 nehmen die Kraftsolmser Sänger am Pokalsingen in Dutenhofen teil. In Konkurrenz zu Frankfurt-Sossenheim und Münchholzhausen werden dem Wertungsrichter Wolfgang Hauck die Lieder „Der Mond ist aufgegangen“, „John Peel“ und „Zum Tanze da geht ein Mädel“ präsentiert. Kann man unmittelbar nach dem Auftritt noch mit der eigenen Leistung zufrieden sein, so kehrt nach Bekanntgabe der Ergebnisse Ernüchterung und Verwunderung, teilweise sogar – auch bei neutralen Zuhörern – Unverständnis ein. In allen Klassen muss sich der MGV „Harmonie“ mit dem 3. Platz begnügen.

Der musikalische Höhepunkt des Jahres 1999 ist sicherlich die Einladung zum Herbstkonzert „Fest der Sinne“, an dem der Chor als Sieger des Bundesleistungssingens teilnehmen darf. An diesem Abend hinterlassen die Kraftsolmser Sänger, auch nach Meinung aller teilnehmenden Fachleute und Kenner, einen hervorragenden Eindruck.

Bemerkenswert ist sicherlich, dass an diesem Abend erstmals mehr als 40 – genauer gesagt sogar 42 – Sänger in den Reihen des MGV „Harmonie“ stehen. Aufgrund einer alten Wette kostet dies den Chorleiter Wolfgang Jung, sowie den 1. Vorsitzenden Hans-Dieter Wagner, für den Chor 3 Flaschen Cognac und das dazugehörige Essen.

Im Oktober dann ein weiterer Höhepunkt des Jahres 1999: die Schoppesänger feiern ihr 20-jähriges Bestehen. Selbstverständlich nimmt auch der Gesamtchor an den Festlichkeiten im Dorfgemeinschaftshaus teil. Auch dieser lustige und gesellige Abend wird allen Gästen sicherlich in toller Erinnerung bleiben.

1999 werden in Hasselborn, Hirschhausen, Mönstadt, Niederbiel, Ulm und Kröffelbach Festlichkeiten besucht und natürlich werden auch in diesem Jahr nicht die Ständchen zu zahlreichen runden Geburtstagen und Jubiläen vernachlässigt.

Den Abschluss des Sängerjahres bildet ein Weihnachtskonzert zusammen mit dem Frauenchor Kraftsolms im DGH, das traditionelle „Wehrsingen“ und natürlich die Winterwanderung, die die Sänger in jenem Jahr über Neukirchen nach Braunfels in die „Obermühle“ führt.

Im nächsten Jahr gilt es wieder einmal die Qualitäten des Chores bei einem Bundesleistungssingen des SSB unter Beweis zu stellen. Nach langem Proben präsentieren die Kraftsolmser Sänger im März 2000 in Waldgirmes dem Wertungsrichter Prof. Rolf Eisenbeiß die Lieder „Am schönsten Sommerabend“ und „In Mondes Schimmer“. Mit der Gesamtnote von 1,58 erringt der Chor den 1. Platz der Männerchorklasse II und kann Burgsolms auf den zweiten Rang verweisen.

Der Höhepunkt im Vereinsjahr 2000 ist dann sicherlich der wunderschöne 4-Tages-Ausflug im Oktober nach Erfurt und Umgebung. Bereits donnerstags bei der Hinfahrt wird das Kalibergwerk Merkers besichtigt und der Chor kann in 500 Meter Tiefe einen einmaligen Gesangsvortrag halten. Neben Ausflügen nach Weimar, Ilmenau und Oberhof gestalten die Kraftsolmser Sänger in der Erfurter Predigerkirche einen Gottesdienst mit. Unvergesslich ist auch das spontane Kurzkonzert mitten auf dem Erfurter Fischmarkt, das zahlreiche Passanten zu wahren Jubelstürmen hinreißt. Über Tann in der Rhön geht es sonntags dann wieder heim nach Kraftsolms.

Die weiteren Aktivitäten im Jahre 2000 prägen die Festbesuche in Philippstein, Brandoberndorf, Greifenstein, Rechtenbach und Grävenwiesbach, das Jubiläum des Gymnastikvereins Kraftsolms und natürlich die beliebten „Kubacher Grilltage“ unserer Kubacher Freunde. Besonders erwähnenswert ist hierbei auch die Mitgestaltung der Goldenen Hochzeit unseres Vize-Chorleiters Gerhard Schäfer, der immer dann zur Stelle ist, wenn Wolfgang Jung einmal verhindert sein sollte.

Ein wunderschöner Abschluss des Jahres gelingt dem Chor wieder einmal in der Kubacher Kristallhöhle, wo zusammen mit dem Posaunenchor Gräveneck und Solistinnen des Frauenchores ein Weihnachtskonzert veranstaltet wird. Wie schon bei Auftritten zuvor beeindruckt die Zuhörer nicht nur die gesangliche Leistung der Kraftsolmser Sänger, sondern auch die geradezu einmalige Akustik der Kubacher Kristallhöhle.

Nach dem obligatorischen „Singen an der Wehr“ vor Heiligabend führt die Sänger die Winterwanderung in jenem Jahr über Griedelbach und Oberquembach zur heimischen „Bergschänke“ in Kraftsolms.

Im zurückliegenden Jahr 2001 ist sicherlich der rundum gelungene Tagesausflug nach Rheinhessen einer der Höhepunkte des Vereinsjahres. Im August folgt der Chor damit der Einladung unseres Sangesfreundes Hans Ulm, der bereits ein Jahr zuvor bei einem Ausflug der Schoppesänger sein Herz in Rheinhessen verloren hat.

Auf dem Hinweg wird zunächst das deutsche Weinbaumuseum in Oppenheim besichtigt, bevor es dann bei großer Hitze weiter nach Mainz geht. Hier hat der Chor die Gelegenheit im Mainzer Dom einige Lieder darzubieten. Nach dieser einmaligen Erfahrung fährt man weiter nach Udenheim, der neuen Heimat von Hans Ulm. Hier ist bereits alles für ein zünftiges Weinfest vorbereitet und die Kraftsolmser Sänger bieten ihren Gastgebern ein Potpourri von Wein- und Stimmungsliedern. Bei Wein, Weib und Gesang klingt der Ausflug in Udenheim aus, bevor man sich spätnachts dann auf den Heimweg macht.

Neben den Fest- und Konzertbesuchen in Waldhausen, Weiperfelden, Daubhausen und Laubach soll im Jahr 2001 sicherlich auch das Jubiläumsfest der Sportfreunde Kraftsolms erwähnt werden. Den Kommers zum 70-jährigen Bestehen im DGH gestaltet auch der MGV „Harmonie“ tatkräftig mit.

Zum Abschluss des Sängerjahres treten die Kraftsolmser Sänger auf dem Waldsolmser Weihnachtsmarkt auf und im Dezember wird das Weihnachtskonzert des Frauenchores mitgestaltet. Nach dem allseits beliebten „Wehrsingen“ führt die Winterwanderung 2001 über Schwalbach nach Bonbaden.

Das Jahr 2002 nun steht selbstverständlich ganz im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums von Wolfgang Jung als Chorleiter des MGV „Harmonie“ Kraftsolms. Dies wird nun im November 2002 gebührend gefeiert.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass auch im aktuellen Vereinsjahr die Festbesuche und Geburtstagständchen nicht zu kurz kommen, hier sei auch vom Besuch beim Polterabend unseres Sangesfreundes Hans Ulm in Udenheim berichtet.

Der Chor gratuliert seinem Chorleiter aus ganzem Herzen zum 25-jährigen Jubiläum, bedankt sich herzlich für die fruchtbare musikalische Zusammenarbeit und das gesellige Zusammensein und verbindet dies mit der tiefen Hoffnung auf eine weitere, zukünftige, langfristige Kooperation zwischen Kubach und Kraftsolms!